Ulcus Molle
Weicher Schanker, Chancroid
Das Wichtigste in Kürze:
Der weiche Schanker ist eine vor allem in den Tropen weit verbreitete sexuell übertragbare Krankheit mit schmerzhaften Geschwüren im Genitalbereich.
Mit Antibiotika ist sie gut zu behandeln.
Erreger:
Haemophilus ducreyi (Bakterium)
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Haemophilus ducreyi
Foto: Wikipedia |
Epidemiologie:
Diese Infektion ist vor allem in den Tropen weit verbreitet; in Afrika ist sie die
häufigste Ursache für Geschwüre im Genitalbereich. In Deutschland dagegen
ist die Krankheit sehr selten und dann meist Folge von sexuellen Kontakten
bei Auslandsaufenthalten in Risikogebieten.
Meldepflicht:
nein
Übertragung:
Die Übertragung erfolgt durch engen Körperkontakt mit den infizierten
Stellen, z. B. beim Sex. Kleine Verletzungen begünstigen das Eindringen des
Erregers. Durch eigene Verschleppung können auch an anderen Hautstellen
Geschwüre (Ulzera) entstehen.
Prävention:
Kondome senken das Übertragungsrisiko.
Inkubationszeit:
wenige Tage bis zwei Wochen
Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
An den Eintrittsstellen der Bakterien - bei der Frau meist die kleinen und
großen Schamlippen, die Klitoris und der Gebärmutterhals, beim Mann Vorhaut, Vorhautbändchen, Eichel, Harnröhrenausgang und Penisschaft -
bilden sich zunächst kleine Knötchen, die bald darauf zu eitern beginnen.
Durch Aufplatzen der Eiterbläschen bildet sich das typische Geschwür mit
weichem Rand (Ulcus molle), das schmerzhaft ist und leicht blutet. Auf dem
Grund des Geschwürs findet sich übel riechender Eiter. Bei über der Hälfte der
Patient/innen kommt es zu schmerzhaften Schwellungen der Lymphknoten in
der Leiste, die auch durch die Haut brechen und Eiter entleeren können. Durch
Geschwüre und offene Stellen können auch andere Erreger in den Körper eindringen.
Die Erkrankung heilt nicht von alleine ab.
Info im Zusammenhang mit HIV/Aids: Weicher Schanker erhöht das Risiko für eine HIV-Übertragung und gilt
als eine mögliche Ursache für die hohe Rate an heterosexuellen Übertragungen
in Afrika. Das leicht blutende Geschwür kann bei HIV-Negativen eine Eintrittspforte,
bei HIV-Positiven eine Austrittspforte für HIV darstellen.
Diagnose:
Die Diagnose erfolgt per Abstrich aus den Geschwüren und Nachweis der
Erreger unter dem Mikroskop; auch das Anlegen einer Bakterienkultur ist
möglich.
Wegen ähnlicher Symptome und Übertragungswege sollte eine
Herpes- oder
Syphilis-Infektion ausgeschlossen werden.
Therapie:
Behandelt wird weicher Schanker mit Antibiotika (je nach Mittel oral oder
intramuskulär verabreicht) über drei oder sieben Tage. Eitrig entzündete Lymphknoten müssen gegebenenfalls gespalten und trockengelegt werden.
Info im Zusammenhang mit HIV/Aids: Bei Menschen mit HIV ist manchmal eine längere Therapiedauer notwendig.
sonstige Maßnahmen:
Bis zum Abschluss der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet
werden.
Partnerinformation, -untersuchung und gegebenenfalls -mitbehandlung sind wichtig, um
die gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden.
Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2013" der Deutschen AIDS-Hilfe.