Urethritis (NGU bzw. NGNCU)
unspezifische Harnröhrenentzündung (nichtgonorrhoische Urethritis/nongonococcal
urethritis bzw. nichtgonorrhoische Nicht-Chlamydien-Urethritis/
non-gonococcal non-chlamydial urethritis)
Das Wichtigste in Kürze:
Neben Gonokokken (
Gonorrhö) und
Chlamydien führen auch viele
andere Erreger zu Entzündungen der Harnröhre, die aber mit Medikamenten
gut behandelt werden können.
Erreger:
Neben Gonokokken (
Gonorrhö) und
Chlamydien können auch Mykoplasmen und Ureaplasmen (
Mykoplasmen-/Ureaplasmen-Infektion), Trichomonaden (
Trichomoniasis), Herpes-simplex-Viren (
Herpes), Candida
albicans (
Candidose), Enterokokken (Darmbakterien), Staphy lokokken,
Streptokokken oder Escherichia coli zu einer Urethritis führen.
Epidemiologie:
Die NGNCU ist eine häufige Erkrankung.
Meldepflicht:
nein
Übertragung:
Die Übertragung erfolgt meist durch Schmierinfektion oder ungeschützten
Vaginal- oder Analverkehr.
Prävention:
Kondome reduzieren das Übertragungsrisiko.
Inkubationszeit:
je nach Keim meist wenige Tage
Symptome / Verlauf / Auswirkungen:
Die Besiedlung der Harnröhre mit den oben genannten Keimen kann zu Entzündungen
der Schleimhaut mit Jucken und Brennen und unterschiedlich
stark ausgeprägter Eiterbildung bzw. Ausfluss führen.
Info im Zusammenhang mit HIV/Aids Bei unbehandelten HIV-Positiven mit einer Urethritis ist das Risiko einer HIV-Übertragung auf andere erhöht: HIV liegt in höherer Konzentration in den genitalen Sekreten vor.
Wahrscheinlich erhöht eine Entzündung der Harnröhre auch das Risiko für
eine HIV-Infektion: Die entzündete Schleimhaut ist durchlässiger für HIV, und
zusätzliche Zielzellen von HIV (Lymphozyten und Langerhans-Zellen) wandern
ins Entzündungsgebiet ein. |
Diagnose:
Die Diagnose erfolgt durch Abstrich und Erregeranzucht (eventuell mit Bestimmung
einer Antibiotikaresistenz) oder mikroskopischen Nachweis (je nach
Keim). Vor dem Abstrich aus der Harnröhre möglichst nicht Wasser lassen!
Therapie:
Meist handelt es sich um bakterielle Erreger, dann werden Antibiotika eingesetzt.
sonstige Maßnahmen:
Bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung sollte auf ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr verzichtet werden.
Wichtig sind Partnerinformation, -untersuchung und gegebenenfalls -behandlung.
Diese Informationen stammen aus der Broschüre "sexuell übertragbare infektionen 2012" der
Deutschen AIDS-Hilfe.